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Gewährleistung der Nährstoffzufuhr bei veganen Kindern Als Eltern sind wir verpflichtet, unseren Kindern die bestmögliche
Ernährung zu geben und sicherzustellen, daß ihr Nährstoffbedarf gedeckt
wird. Manche von uns sind vielleicht von den Vorteilen einer veganen
Ernährung überzeugt, wenn es um uns selbst geht, aber fragen sich, ob sie
wirklich sicher und gesund für ein heranwachsendes Kind ist. Sicher sind
Kinder und ihr spezieller Bedarf an Nährstoffen die größte Herausforderung
für die Angemessenheit einer veganen Ernährung. Es ist für vegane Eltern
eine erfreuliche Nachricht, daß die vegane Ernährung diese Herausforderung
mit Bravour meistert. Vegane Kinder essen normalerweise mehr Obst und
Gemüse als ihre fleischessenden Altersgenossen. Sie sind selten krank und
haben kaum Nahrungsmittelallergien. Das schnelle Wachstum, das Kinder in
ihren frühen Jahren durchleben, setzt ausreichende Mengen Protein, Fett,
Vitamine und Mineralstoffe voraus. Vegane Ernährung ist von Natur aus
weniger nahrhaft, da sie mehr Masse und oft weniger Fett besitzt, und muß
daher dem speziellen Nährstoffbedarf von Kindern angepaßt werden. Die erste
Nahrung, die ein Kind bekommt, sind üblicherweise pürierte Früchte,
gekochtes Gemüse und mit Eisen angereicherte Reiscerealien. Alle diese
Dinge sind vegan [letzteres nicht unbedingt, Anm. d. Übers.]. Um die
Allergiegefahr zu reduzieren, empfiehlt es sich, im ersten Lebensjahr des
Kindes Kuhmilch und Eier zu meiden, gleichgültig ob es vegan ist oder nicht. Kleine Kinder experimentieren gerne und probieren gerne neue Dinge aus.
Allseits bekannt sind auch ihre starken Vorlieben (und Abneigungen) im
Bezug auf Essen. Eine optimale Nährstoffversorgung sicherzustellen kann
daher unter diesen Voraussetzungen eine schwierige Herausforderung sein.
Kinder benötigen mehr als drei Mahlzeiten am Tag, wenn sie jung sind.
Nahrhafte Snacks stellen eine signifikante Ergänzung der Nährstoffaufnahme
für das vegane Kind dar. Energiereiche Lieblingsspeisen sind unter anderem
pürierte Bananen mit Sojajoghurt, Brot oder Cracker mit Tofuaufstrichen und
selbstgemachte Muffins. Vermeiden Sie ein Zuviel an Ballaststoffen.
Produkte mit einer hohen Konzentration an Ballaststoffen wie beispielsweise
rohe Weizenkleie, Kleiecerealien und Kleiemuffins sind nicht geeignet für
kleine Kinder. Vollkornbrot und -cerealien wie z.B. brauner Reis, Hirse,
Quinoa und Hafermehl steuern wichtige Mineralstoffe zur Ernährung bei und
sind in Maßen empfehlenswert. Brot und Cerealien aus Weißmehl wie z.B.
angereicherte Pasta können dabei helfen, den Gesamtgehalt der Nahrung an
Ballaststoffen zu begrenzen. Kleine Kinder mögen Obst und Gemüse lieber
geschält. Dies trägt ebenfalls zu einer Beschränkung der Aufnahme von
Ballaststoffen bei. Muttermilch ist eine hervorragende Quelle für Kalzium, Protein und andere
Nährstoffe. Da sie viel Energie und Nährstoffe enthält, aber wenig
Ballaststoffe, trägt sie zu einer ausgewogenen Ernährung des Säuglings bei.
Säuglinge sind besonders anfällig für Anämien, die durch Eisenmangel
ausgelöst werden. Es gibt zwei Arten von Eisen, nämlich Häm (welches in
Fleisch vorkommt) und Nicht-Häm, welches in fleischlosen Nahrungsmitteln
wie Eiern, Cerealien, Gemüse, Erbsen, Bohnen und Linsen vorkommt.
Nicht-Häm-Eisen wird vom Körper nicht so leicht aufgenommen wie Häm-Eisen.
Vitamin C unterstützt bei gleichzeitiger Aufnahme die von Nicht-Häm-Eisen.
Frühstückscerealien, die mit Eisen und Vitaminen angereichert sind, können
eine gute Ergänzung darstellen. Sojamilch ist ein guter Ersatz für
Kuhmilch. Am besten für kleine Kinder sind mit Kalzium angereicherte
Varianten. Dasselbe gilt für Reis-, Hafer oder Nußmilch im Rahmen einer
veganen Ernährung. Sofern sie nicht mit Vitaminen und Mineralstoffen
angereichert sind, braucht das Kind zusätzlich Kalzium und Vitamine als
Nahrungsergänzung. Beraten Sie sich darüber auf jeden Fall mit ihrem Arzt.
Nicht alle Nahrungsergänzungen sind für kleine Kinder geeignet. Nüsse sind eine ausgezeichnete Proteinquelle bei fleischloser Ernährung.
Außerdem sind sie mit ihrem Gehalt an Protein und den Vitaminen A und E
sowie Mineralstoffen wie Phosphor und Kalium sehr nahrhaft. Weiche
Nußbutter ist bei Kindern meist sehr beliebt. Bei Kindern mit einer
Vorgeschichte an Allergien in der Familie sollte Erdnußbutter bis zum Alter
von zwei Jahren gemieden werden. Ganze Nüsse sind für kleine Kinder
aufgrund von Erstickungsgefahr nicht geeignet. Achten Sie auf eine
reichhaltige Auswahl fettreicher Nahrungsmittel bei der Ernährung Ihres
Kindes. Tofu, weiche Nußbutter und -creme, pürierte Avocados, Sojajoghurt,
Sojapudding und -suppen sowie in Maßen Oliven-, Raps- und Leinsamenöl sind
gute Quellen für gesundes Fett. Eltern veganer Kinder im Schulalter treffen auf eine neue Reihe von
Herausforderungen und möglicher Schwierigkeiten. Viele Kinder in dieser
Altersgruppe sind von Geburt an vegan ernährt worden. Es kommt jedoch immer
öfter vor, daß Kinder bereits im Alter von 7 oder 8 Jahren diese Ernährung
selbst wählen. Snacks und Mittagessen für die Schule wird wahrscheinlich
von zu Hause mitgebracht werden müssen, da es beim Schulessen nur eine
beschränkte Auswahl an veganem Essen geben dürfte. Manchmal bieten Schulen
vegane Speisen an wie z.B. Säfte [wobei der Veganstatus aufgrund
unbekannter Filterung fraglich ist, Anm. d. Übers.], Gemüse und Obst,
milchfreies Brot, gebackene Kartoffeln und sogar gelegentlich mit Bohnen
gefüllte Tortillas. Manche Eltern befürchten, daß Kinder, die vegan sind,
diese Ernährung sozial schwierig finden. Diese Befürchtung ist
gerechtfertigt. Dabei ist es hilfreich sich zu vergegenwärtigen, daß viele
Schüler Nahrungsmittel aus religiösen Gründen oder aufgrund einer Allergie
meiden, oder auch einfach, weil sie sie nicht mögen. Wenn ein Kind Angst
hat gehänselt zu werden, weil es Tofu und Sprossen mit in die Schule
bringt, dann könnte ein Lunchpaket bestehend aus einem Sandwich mit
Erdnußbutter und Marmelade, Äpfeln, Karotten und fruchtgesüßten Keksen eine
Alternative sein. So wird niemand bemerken, daß sie eine "besondere"
Ernährung praktizieren. Kinder sollten zur Versorgung mit Vitaminen und Ballaststoffen viel Obst
und Gemüse essen. Ideal sind fünf Portionen am Tag (etwa 400g). Snacks aus
frischen oder getrockneten Früchten enthalten auch Eisen. Gemüse läßt sich
leicht in vielen Arten von Gerichten verwenden, wie z.B. Currys, Aufläufen
und Pfannen-Rührgerichten. Salat kann auch für Sandwiches und Wraps
verwendet werden. Bohnensalate und Hummus (Kichererbsen und Tahin) sind
leckere Füllungen für Sandwiches und Pellkartoffeln. Proteinreiche
Nahrungsmittel sind für das Wachstum und die Entwicklung der Muskeln und
der lebensnotwendigen Organe in dieser Altersgruppe wichtig. Gute
Proteinquellen sind beispielsweise Erbsen, Bohnen, Linsen, Nüsse, Samen,
Tofu, Sojamilch und spezielle pflanzliche Produkte aus texturiertem
Pflanzenprotein (TVP = textured vegetable protein). Eine vegane Ernährung
muß sorgfältig abgestimmt sein, um eine reichliche Versorgung mit diesen
Nahrungsmitteln sicherzustellen. Bewährte Lieblingsgerichte veganer Kinder
sind z.B. Spaghetti mit Tomatensoße, Sandwiches mit Tofu oder anderem
Fleischersatz und Sojakäse überbacken nach Art eines Burgers, Hot Dogs,
"Chicken" Nuggets und Sandwichscheiben, Gemüselasagne und Pizza mit
Sojakäse, Gemüseeintöpfe, gebackene Kartoffeln, Waffeln und Pfannkuchen mit
Früchten, Frucht-Smoothies [zu "smoothies" siehe z.B. hier:
http://www.abseits.de/smoothies.htm, Anm. d. Übers.], Popcorn und veganes
"Junk Food" wie Eiskrem und Süßigkeiten. Vegane Kinder benötigen keine Nahrungsergänzungen, wenn angemessene Mengen
an angereicherten Nahrungsmitteln verwendet werden. Sofern angereicherte
Nahrungsmittel nicht durchgängig in ausreichenden Mengen verwendet werden,
könnte eine Ergänzung mit Vitamin D (5µg/Tag oder 10-15 Minuten
Sonneneinstrahlung auf Arme und Gesicht) und B12 (1-2µg/Tag) nötig sein.
Ein veganes Multivitaminpräparat ist dafür geeignet. Achten Sie darauf, daß
es auch Zink enthält. Untersuchungen zu Kindern mit regulärer veganer
Ernährung aus den USA (1) und Großbritannien (2) haben gezeigt, daß vegane
Kinder gesund und genauso groß oder größer sind als ihre nichtveganen
Altersgenossen. Fettleibigkeit in der Kindheit und damit zusammenhängende
Probleme sind bei veganen Kindern sehr selten. Zusammenfassend gesagt ist es für Kinder ohne weiteres möglich, mit einer
vegetarischen Ernährung alle Nährstoffe zu bekommen, die sie benötigen.
Generationen von Menschen auf der ganzen Welt haben das über Jahrhunderte
hinweg getan. Eltern, die ihre Kinder vegan heranwachsen lassen, sollten
sich der speziellen Ernährungsmängel, für die ihre Kinder anfällig sein
könnten, bewußt sein und soweit nötig eine geeignete Ergänzung
sicherstellen. Das Positive daran ist, daß eine vegane Ernährung Ihrem Kind
den frühen Anfang eines langen, gesunden und mitfühlenden Lebens bietet. 1) O'Connell JM, Dibley MJ, Sierra J, Wallace B, Marks JS, Yip R. Growth of
vegetarian children: The Farm Study. Pediatrics. 1989;84:475-439. 2) Sanders TAB. Growth and development of British vegan children. Am J Clin
Nutr. 1988;48:822-825. Empfohlene Literatur: Raising Vegetarian Children: A Guide to Good Health and Family Harmony
Von Joanne Stepaniak und Vesanto Melina Pregnancy, Children and the Vegan Diet
Von Michael Klaper, M.D. Healthy Eating for Life for Children
Vom Physicians Committee for Responsible Medicine Raising Vegan Children in a Non-Vegan World: A Complete Guide for Parents
Von Erin Pavlina Katharina ist die Inhaberin von Tushita Holistic Therapies, einem
Unternehmen für ganzheitliche Gesundheitsprodukte in Südwestengland. Sie
hat mehrere Artikel verfaßt, die auf großen Websites veröffentlicht wurden.
Sie ist die Mutter eines Sohnes, Kiran. Übersetzung und Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von: http://www.vegfamily.com 
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