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Mandelmilch und Frischkornmilch - gesunde Alternativen?

Manche Eltern fühlen sich nicht wohl dabei, ihrem Baby Milchpulver aus Dosen oder Pappverpackungen zu geben. Es scheint dem Grundgedanken einer gesunden und vollwertigen Ernährung mehr zu entsprechen, die Milch für das Baby, wenn es denn schon nicht gestillt werden kann, aus frischen Zutaten selbst herzustellen. Rezepte von alternativen Flaschennahrungen wie "Mandelmilch" und "Frischkornmilch" sind in vielen Büchern zu finden - doch was ist davon zu halten?

Ungesunde Zusammensetzung: Da sich Kuhmilch von der Zusammensetzung her deutlich von der Muttermilch unterscheidet, ist es fast unmöglich, selbst eine Säuglingsmilch herzustellen, die sowohl das unausgereifte Verdauungssystem des Babys nicht überlastet als auch Vitamine und Mineralstoffe in ausgewogener Menge enthält. So liefert z.B. die "Mandelmilch" zu wenig Calcium, das dringend für den Aufbau von Knochen und Zähnen benötigt wird. Je nach Rezeptur - verschiedene Zubereitungsarten mit Wasser oder Kuhmilch werden empfohlen - besteht außerdem ein mehr oder weniger großes Defizit an verschiedenen Vitaminen (z.B. Vitamin C, B2 und B12).

Milch muß anfangs ballaststofffrei sein: Milchzubereitungen mit frisch gemahlenem Getreide - sogenannte Frischkornmilch - ist ebenfalls ungeeignet, weil Säuglinge noch gar nicht in der Lage sind, die Stärke aus dem Getreide zu verdauen. Darüber hinaus belasten die Ballaststoffe Magen und Darm des Säuglings. Muttermilch, die einzig wahre Vollwertnahrung für das Baby, ist übrigens völlig ballaststofffrei. Frischkornmilch ist auch deshalb nicht zu empfehlen, weil Babys in den ersten 4 Lebensmonaten überhaupt kein glutenhaltiges Getreide - also Weizen, Roggen, Gerste und Hafer - bekommen sollten. Es besteht sonst ein deutlich erhöhtes Risko an Zöliakie zu erkranken. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Darmschleimhaut der Kinder durch eine Abwehrreaktion auf Gluten zerstört wird.

Unausgewogene Rezepte: Viele ältere Rezepte sind unausgwogen und enthalten viel Zucker. Nur die vom Forschungsinstitut für Kinderernährung entwickelte sogenannte "Halbmilch" [Anmerkung vegankids: dabei handelt es sich um eine Mischung aus Kuhmilch und Haferschleim, der Vollständigkeit halber wurde der Absatz des Artikels aber nicht weggekürzt] ist in der Lage, das Kind mit allen notwendigen Nährstoffen ausgewogen zu versorgen. Hauptnachteil dieser Milch: Da die Gehalte an an Vitamin A und C zu gering sind, muß ab der 6. Woche Karottenbrei und Obstsaft zugesetzt werden, was das Risiko des Säuglings erhöht, an einer Allergie zu erkranken. Die Nährstoffgehalte selbst hergestellter Milch sind niemals so ausgewogen wie die von Fertigmilch. Darüber hinaus ist exaktes Abwiegen mit einer Digitalwaage und sehr große hygienische Sorgfalt bei der Zubereitung notwendig. Aus diesen Gründen empfiehlt auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung die Selbstherstellung von Säuglingsmilch schon lange nicht mehr.

Mit freundlicher Genehmigung der Verbraucherzentrale Hamburg; aus: "Gesunde Ernährung von Anfang an", 2001

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von Verbraucherzentrale Hamburg e.V. (Datum: 27. August 2006)
Freitag, 18. Mai 2012